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Alltag·mit Demenz
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Wenn jemand nicht will

Er will sich nicht waschen. Sie sagt, Sie hätten ihr Geld genommen. Es wird laut, vielleicht wird eine Hand weggeschlagen. Und Sie stehen da und wissen nicht, ob Sie nachgeben oder durchziehen sollen — und ärgern sich hinterher über sich selbst.

Hinter fast jedem Nein steht eine Frage, die nicht mehr gestellt werden kann.

Was das Nein meistens meint

Ablehnung ist selten Sturheit. Sie ist fast immer eine Antwort auf etwas, das nicht mehr in Worte passt:

Die erste Frage ist immer eine medizinische. Wenn jemand plötzlich abwehrend wird, der es vorher nicht war, denken Sie zuerst an Schmerzen, Verstopfung, einen Harnwegsinfekt oder ein neues Medikament — nicht an einen „schlechten Tag". Bei alten Menschen zeigt sich ein Infekt oft nur als Verwirrtheit und Abwehr.

Im Moment selbst

Stufe eins · Abstand Einen Schritt zurück, Hände sichtbar

Nähe wird in dem Moment als Bedrängnis erlebt. Ein Schritt zurück nimmt mehr Druck heraus als jeder Satz.

Stufe zwei · Leiser werden Langsamer sprechen, tiefer

„Ist gut. Wir haben Zeit."

Wer lauter wird, macht lauter. Wer leiser wird, zieht mit.

Stufe drei · Das Gefühl benennen Nicht die Sache, das Gefühl

„Das ist dir gerade zu viel, ne?"

Stufe vier · Abbrechen Und später wiederkommen

In zwanzig Minuten ist die Situation vergessen — und dann geht es oft ohne jeden Widerstand.

Abbrechen ist kein Nachgeben. Es ist der Unterschied zwischen einer Aufgabe, die heute nicht geklappt hat, und einem Streit, an den sich beide noch morgen erinnern — der Mensch mit Demenz oft nicht an den Anlass, aber sehr wohl an das Gefühl.

Der häufigste Konflikt: Waschen

Fast alle Angehörigen kommen an diesen Punkt. Was dabei hilft:

„Du hast mein Geld genommen"

Bestehlungsvorwürfe treffen hart, gerade weil sie meistens die treffen, die am meisten tun. Sie entstehen aus einer nachvollziehbaren Logik: Etwas ist weg, ich habe es nicht verlegt — also hat es jemand genommen. Für diese Schlussfolgerung braucht es kein Misstrauen, nur ein Gedächtnis, das die Stelle nicht mehr hergibt.

Wann Sie Hilfe holen sollten

Es gibt Grenzen, an denen guter Umgang nicht mehr reicht. Holen Sie Unterstützung, wenn:

Erste Anlaufstellen: die Hausarztpraxis, ein Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe, das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Angehörigengruppen helfen mehr, als man vorher glaubt — vor allem gegen das Gefühl, der Einzige zu sein, dem das passiert.

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Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung, keine Therapie und keine Pflegeberatung. Sie beschreibt Erfahrungen aus der Beschäftigung mit Menschen mit Demenz und ist als Anregung für Angehörige und Betreuungskräfte gedacht. Bei medizinischen Fragen wenden Sie sich bitte an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt; bei Fragen zur Pflege an einen Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe.