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Alltag·mit Demenz
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Beschäftigung, die trägt

Der Nachmittag ist lang. Man will etwas anbieten, kauft ein Bastelset — und nach zehn Minuten sitzt man mit einem angefangenen Filzuntersetzer da und beide sind schlechter gelaunt als vorher. Das liegt nicht an Ihnen und nicht am Untersetzer.

Nicht die Beschäftigung muss neu sein. Der Nachmittag ist es schon.

Warum Basteln so oft schiefgeht

Basteln verlangt drei Dinge auf einmal, und alle drei sind bei einer Demenz genau die schwierigen:

Dazu kommt etwas, das selten ausgesprochen wird: Viele Bastelangebote sehen aus wie Kinderbeschäftigung. Erwachsene merken das. Und wer merkt, dass man ihn wie ein Kind behandelt, macht nicht mit — das ist keine Krankheit, das ist Würde.

Der Unterschied in einem Satz: Basteln fragt „Kannst du das?". Vertraute Handgriffe fragen „Machst du mit?". Auf die erste Frage kann man scheitern, auf die zweite nicht.

Die eine Regel

Nehmen Sie Tätigkeiten, die dieser Mensch tausendmal gemacht hat. Nicht ähnliche — dieselben. Wer vierzig Jahre lang Bohnen geschnippelt hat, schnippelt Bohnen, ohne nachzudenken. Die Hände wissen es, auch wenn der Kopf nicht mehr sagen kann, was gerade passiert.

Das ist der Grund, warum die Liste unten so unspektakulär aussieht. Sie soll unspektakulär aussehen. Was jemanden trägt, ist nicht das Besondere, sondern das Selbstverständliche.

Zwanzig Tätigkeiten

Suchen Sie sich die aus, die zu diesem einen Leben passen. Ein Handwerker braucht andere als eine Schneiderin.

In der Küche

Im Haushalt

Draußen und in der Werkstatt

Zu zweit

Wolle wickeln ist der Klassiker aus gutem Grund. Es hat kein Ergebnis, das falsch sein kann, es geht zu zweit, es hört auf, wann man will — und man sitzt dabei einander zugewandt. Mehr muss eine gute Beschäftigung nicht können.

Drei Fehler, die den Nachmittag kippen lassen

Ein Ergebnis verlangen

„Und jetzt machen wir das fertig" macht aus einer Tätigkeit eine Prüfung. Der Sinn ist die Beschäftigung selbst, nicht der Stapel gefalteter Handtücher. Wenn die Handtücher schief liegen, liegen sie schief.

Korrigieren

Wenn die Gabeln bei den Löffeln landen, lassen Sie sie dort. Jede Korrektur sagt: du hast es falsch gemacht. Zehn Korrekturen später macht niemand mehr mit — und das nächste Mal fängt er gar nicht erst an.

Zu lange machen

Hören Sie auf, bevor es anstrengend wird. Zehn gute Minuten sind besser als dreißig, von denen die letzten zehn wehtun. Und der Mensch behält das Gefühl, dass es schön war — das entscheidet darüber, ob er morgen wieder mitmacht.

Woran Sie den Absprung erkennen: Die Bewegungen werden kleiner, der Blick geht weg, die Hände suchen etwas anderes. Das ist der Moment. Nicht der, in dem jemand „ich mag nicht mehr" sagt — der kommt oft gar nicht.

Wenn gar nichts angenommen wird

Manche Tage sind keine Beschäftigungstage. Dann ist Nebeneinandersitzen auch etwas. Sie können in Ihrer Nähe etwas tun — Wäsche falten, Erbsen palen — ohne aufzufordern. Sehr oft greift jemand nach ein paar Minuten von selbst mit hinein. Das Angebot muss dann nicht gemacht werden, es liegt einfach da.

Und wenn nicht: auch gut. Ein ruhiger Nachmittag ist kein verlorener.

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Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung, keine Therapie und keine Pflegeberatung. Sie beschreibt Erfahrungen aus der Beschäftigung mit Menschen mit Demenz und ist als Anregung für Angehörige und Betreuungskräfte gedacht. Bei medizinischen Fragen wenden Sie sich bitte an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt; bei Fragen zur Pflege an einen Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe.